Energieprojekt im großen Stil im Burgenland: Mit neuen Wind- und Solaranlagen will das östlichste und kleinste Bundesland Österreichs bis 2030 energieunabhängig und CO2-neutral werden.

Das „Projekt Tomorrow“ mit rund 2000 Megawatt Gesamtleistung präsentierten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Burgenland Energie am Dienstag. Das entspricht in etwa der Leistung von zehn Donaukraftwerken. Konkret handelt es sich beim „Projekt Tomorrow“ um 40 Einzelprojekte, die sich übers Burgenland verteilen und zum Teil in Hybridbauweise angelegt werden sollen, also sowohl Wind- als auch Solarkraft.

Finanziert werden die Projekte von Banken und Versicherungen aus Österreich und Deutschland, darunter Bank Austria, Erste Bank, Raiffeisen Bank International (RBI) und die Landesbank Baden-Württemberg. Dazu kommen die Wiener Städtische und die Investmentgruppe HDI. Größter Geldgeber ist die Europäische Investitionsbank (EIB) mit einem 250-Millionen-Euro-Darlehen. In Summe stehen für die erste Phase des Projekts bis nächstes Jahr 700 Millionen Euro zur Verfügung. Errichten wird die Projekte Burgenland Energie, das Land ist mit 49 Prozent beteiligt. „Solar- und Windenergie sind Eckpfeiler der Energiewende“, sagte EIB-Vizepräsident Thomas Östros. Doskozil hob die Vorteile hervor – von niedrigen Energiepreisen über Klimaschutz bis Unabhängigkeit.

„Leuchtturm“ in Österreich

Der Politiker erwartet sich, dass die neuen Wind- und Solaranlagen so viel Rendite abwerfen, dass mit diesen Einkünften ein neues Krankenhaus in Gols finanziert werden könne. Langfristig plane das Land dafür auch den Verkauf der eigenen Anteile am Projekt.

Dieses solle innerhalb Österreichs als „Leuchtturm“ dienen, auch für die neue Regierung, sagte Doskozil. Die Projektpartner gehen von Beschäftigungsimpulsen von rund 12.000 Arbeitsplätzen und einem Wertschöpfungseffekt von rund 3,6 Milliarden Euro aus.

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